Eigentlich wollte Stefano
Saint Paolucci vor acht Jahren nur eine Band gründen, um mit
seinen Freunden Spass zu haben und Bier zu trinken. Es ist mehr daraus
geworden, viel mehr sogar. Für ihre Debüt-CD regnete es
kübelweise Kritikerlob, und plötzlich fanden sich Redeem auf der
gleichen Bühne wie 3 Doors Down, Daughtry, den Toten Hosen oder Gotthard
wieder. Das Zuger Trio kehrt nach einer grosszügigen Kreativpause endlich
mit einem neuen Album zurück: 999 zeigt Redeem von einer
neuen, nicht weniger melodischen Seite. Grosse Rockriffs treffen dicht gewobene
Keyboardteppiche, eingerahmt von Paoluccis selbstbewusster Rockstimme, die
einmal mehr eine ganze Menge zu sagen hat.
Bandnamen und Albumtitel sind Mysterien für sich. Das ist
auch bei Redeem nicht anders. Auf den Namen für seine Gruppe stiess
Stefano Paolucci, der von allen Saint gerufen wird, als er
zufällig einen Song von Placebo hörte, in dem das Wort
Redeem vorkam. Es gefiel ihm, seinen Bandkumpels auch, das war vor
acht Jahren. Seither ist viel Wasser in den Zugersee geflossen. Aus dem ersten,
noch weitgehend live eingespielten Demo ist die Debüt-CD
Eleven entstanden, ein Tribut an Paoluccis grosse Helden Pearl
Jam. Sehr amerikanisch klangen Redeem in ihren ersten Jahren, NuGrunge-Bands
wie 3 Doors Down oder Nickelback hatten hörbare Spuren lassen. Für
erstere durften Redeem 2008 auf deutschen, holländischen und
Schweizer Bühnen auftreten; ausserdem tourte das Trio mit Gotthard,
Daughtry und Magnum oder eröffnete für die Toten Hosen in Jonschwil.
Wir haben dabei wertvolle Erfahrungen sammeln können und viel dabei
gelernt, erinnert sich Sänger, Texter und Mastermind
Saint Paolucci. Wir waren Nobodies und mussten mit unseren
Songs überzeugen, was uns immer wieder gelang. Darauf ist Paolucci
stolz, zu Recht.
Stefano Saint Paolucci, Drummer Simon
Steiner und Bassist Pom Albisser haben sich nach den strapaziösen Tourneen
eine verdiente Auszeit gegönnt, um in aller Ruhe an neuem Material
für den Eleven-Nachfolger zu arbeiten. Gut Ding will ja
bekanntlich auch im Zugerland Weile haben. Das Trio hat seinen musikalischen
Horizont ganz bewusst erweitert, Paolucci hat mit dem schwedischen
Top-Songwriter Per Eklund die erste Singleauskopplung Promises
(ein Duett mit H-Blockx-Sänger Henning Wehland) geschrieben, zwei
Songs hat der englische Hitproduzent Steve Power (Robbie Williams, Kylie
Minogue) gemischt, einen Rich Chycki (Gotthard, Aerosmith, Pink) und einen hat
Franz Plasa (Selig) produziert. Den Rest des Albums hat Arne Neurand in
Hannover produziert. Ein ungemein talentierter Typ, der schon mit den
Guano Apes oder Revolverheld gearbeitet hat. Wir haben ihn ausgewählt,
weil er unsere Vision musikalisch umsetzen konnte. Will heissen:
Redeem klingen auf 999 weit weniger amerikanisch,
dafür eine grosszügige Portion voluminöser und moderner.
Keyboards haben Einzug gehalten, die aber keineswegs dafür gesorgt haben,
dass man Redeem jetzt in die Pop Ecke stellen müsste. Die Jungs
sind sich treu geblieben, der Hunger der frühen Jahre ist geblieben, bloss
liefern Redeem jetzt grosse Klänge für grosse
Bühnen.
Ach ja, bleibt noch der Albumtitel zu klären.
999 ist der englische Notruf, den Steve Power empfahl, als sich
Pom Albisser in London verirrte, als er für die Band Bier holen ging. Aber
keine Angst, 999 ist alles andere als ein musikalischer
Hilferuf, sondern ein verdammt selbstbewusstes Statement in Sachen
Rock!